Dankbarkeit

Wiler Zeitung, 2. September 2013

 

«Man spürt immer wieder Dankbarkeit»

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Arbeiten und sich gleichzeitig weiterbilden: Marion Helbling und Marlies Schnider, Mitarbeiterinnen der Spitex Flawil. (Bild: mb)

Am Samstag findet der nationale Spitex-Tag statt. 24 Mitarbeiterinnen sind täglich für die Spitex in Flawil unterwegs. 2012 pflegten und betreuten sie 400 Menschen im Alter zwischen 20 und 90 Jahren. Sie tun das gerne – und drücken oftmals danebst die Schulbank.

 

 

FLAWIL. «Jobs bei der Spitex sind attraktiv»: So lautet das Motto des diesjährigen nationalen Spitex-Tages vom nächsten Samstag, 7. September. Ohne Wenn und Aber bestätigt Marlies Schnider diese Aussage: «Die Spitex Flawil ist eine super Arbeitgeberin.» Seit drei Jahren arbeitet die 42-Jährige bei der Spitex Flawil. Ebenso lange ist die 22jährige Marion Helbling für die Spitex tätig. Auch sie windet der Spitex als Arbeitgeberin ein Kränzchen. Man könne selbständig arbeiten und Eigenverantwortung übernehmen. Bettina Früh, sie steht im zweiten Lehrjahr, sagt: «Das Flawiler Spitex-Team ist ein tolles Team.»

Arbeiten und lernen

Über 30 000 Angestellte arbeiten in der ganzen Schweiz für die Spitex, die spital- und heimexterne Gesundheits- und Krankenpflege. In Flawil sind es 24 Frauen, die hilfsbedürftige Menschen zu Hause pflegen und betreuen. Eine davon ist Marion Helbling. Warum? «Weil ich gerne mit Menschen arbeite. Mich interessiert die Pflege», sagt die ausgebildete Fachangestellte Gesundheit, die neben ihrer täglichen Arbeit bei der Spitex gegenwärtig noch für den Bachelor of Science in Pflege lernt. Auch Marlies Schnider büffelt. Die 42jährige Rot-Kreuz-Helferin absolviert die Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit, kurz «Fage». Beide Frauen sind froh, in der Spitex Flawil eine Arbeitgeberin zu haben, die ihnen ermöglicht, sich weiterzubilden – auch wenn es für sie persönlich eine Mehrbelastung bedeutet. Zweieinhalb Tage arbeitet Marion Helbling für die Spitex, zweieinhalb für die Schule. Während der Prüfungszeiten arbeite sie etwas weniger. Sie lacht: «Dafür arbeite ich während der Ferien etwas mehr.» Marlies Schnider ihrerseits drückt einmal die Woche die Schulbank, während dreier Tage ist sie als Spitex-Mitarbeiterin in Flawil unterwegs.

Ernstes und Heiteres

Marlis Schnider wie Marion Helbling sind gerne für die Spitex unterwegs. Unisono sagen sie: Die Arbeit sei interessant, man könne selbständig wirken, die Tätigkeit sei abwechslungsreich. Das heisst auch: Die Kundinnen und Kunden sind sehr unterschiedlich. Diese Aussage belegt auch ein Blick in die Statistik. Die 400 Personen, die im vergangenen Jahr betreut wurden, sind zwischen 20 und über 80 Jahre alt. Bei so vielen Menschen kann es auch einmal vorkommen, dass die Chemie zwischen Betreuerin und Betreuter nicht hundertprozentig stimmt. Sie sei einmal von einer Klientin verdächtigt worden, Badetücher gestohlen zu haben, erinnert sich Marlies Schnider. In solchen Momenten müsse man professionell reagieren und dürfe dabei nicht vergessen, dass alle Menschen ein eigenes Schicksal hätten. Marion Helbling stimmt zu. Und fügt an, dass die schönen Momente aber überwiegen. Immer wieder ergäben sich lustige Situationen. Und was beiden in ihrer Arbeit als Spitex-Mitarbeiterinnen besonders schätzen: «Man spürt immer wieder die Dankbarkeit der Kundinnen und Kunden.» (mb)

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