Freiräume und Zeit für Familie

Wiler Zeitung, 3. September 2014

 

Freiräume und Zeit für die Familie

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Momente der Ruhe und Gelassenheit – trotz vier Kindern. Die Spitex-Frauen machten es möglich. (Bild: mb.)

Spitex – nur eine Organisation für pflegebedürftige Menschen? Nein, sagen Corinne und Christoph Specht. Sie haben die Dienste der Spitex Flawil vor und nach der Geburt ihres vierten Kindes beansprucht.

 

FLAWIL. Wer Spitex hört, denkt oft in erster Linie an betagte Menschen. Denn viele von diesen nehmen die Dienste der Spitex in Anspruch. Aber nicht nur sie. Auch Angehörige, die bei der Pflege und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Menschen zu Hause eine zentrale Rolle spielen. Ihnen ist der diesjährige nationale Spitex-Tag vom 6. September gewidmet.

Professionelle Arbeit

Und dann gibt es noch die jüngeren Menschen, die Spitex-Dienstleistungen beanspruchen. Und das sind, wie die Statistik 2013 der Spitex Flawil zeigt, nicht wenige. Im vergangenen Jahr leisteten die Spitex-Mitarbeitenden bei gut 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren etwas über 1500 Einsatzstunden. Unter anderem bei Corinne und Christoph Specht im idyllisch gelegenen Weiler Raaschberg. Die jungen Eltern erwarteten vor gut einem halben Jahr ihr viertes Kind. Dieses sollte zu Hause das Licht der Welt erblicken. Die jungen Eltern waren sich damals bewusst, dass sie vor und nach der Geburt auf Unterstützung angewiesen sind.

Sie sitzen in der gemütlichen Stube, die 38jährige Mutter, der 39jährige Vater und ihre Kinder Luan (8), Jamiro (6), Neela (4) und Nesthäkchen Loori (5 Monate). Der Blick durch die Stubenfenster schweift ins Grüne. In der Stube selbst ein munteres Gewusel. Die Kinder spielen, derweil die Eltern von ihren Erfahrungen mit der Spitex Flawil berichten. Vater und Mutter sind sich einig: «Die Spitex-Frauen arbeiten professionell und wir können sie weiterempfehlen.»

Wie aber kamen sie auf die Idee, vor und nach der Geburt ihres jüngsten Kindes Spitex-Dienste in Anspruch zu nehmen? «Durch eine Freundin, die ihr Kind ebenfalls zu Hause geboren und Spitex-Leistungen beansprucht hat», sagt Corinne Specht. So kam es, dass sich Corinne und Christoph Specht bei der Spitex erkundigten, mit der Krankenkasse die Kostenfragen klärten.

Flexibel und unkompliziert

Anderthalb Monate vor und anderthalb Monate nach der Geburt von Loori gingen Spitex-Frauen regelmässig im Hause der Familie Specht ein und aus. Halfen da und dort. Erledigten die Wäsche, putzten. Das schuf einerseits Freiraum für den Vater und anderseits auch für die Mutter. In der ersten Woche nach der Geburt kamen Spitex-Frauen jeden zweiten Tag, danach zweimal pro Woche und später einmal pro Woche. Während der ganzen Zeit habe sich die Spitex sehr flexibel verhalten, anerkennt Corinne Specht. So hätten sie auch schon mal kurzfristig den Terminplan ändern können.

Und was Corinne und Christoph Specht besonders geschätzt haben: «Die Spitex-Frauen sind sehr unkompliziert und kinderfreundlich. Unsere Kinder haben sich jeweils auf deren Besuche gefreut.» Dass die Einsätze nicht gratis sind, versteht sich von selbst. Krankenkassen vergüten aber einen Teil der Kosten. Die Spechts sagen nach den gemachten Erfahrungen: «Wir würden die Spitex wieder beanspruchen, auch wenn wir selber bezahlen müssten.» (mb.)

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