Vorstellung Projekt

Wiler Zeitung, 1. März 2012

 

Neue Wohnform für Senioren

An der Hauptversammlung der Spitex Flawil am Dienstagabend im Lindensaal stellte Thomas Lanter, Arzt in Flawil, das Projekt «Neues Wohnen in der Alten Post» vor. Das Projekt stiess beim Publikum auf reges Interesse.

MELANIE GRAF

 

FLAWIL. Ein Raunen ging durch den Lindensaal, als Thomas Lanter in seiner Powerpoint-Präsentation die Visualisierung des geplanten Gebäudes an der Ecke Bahnhofstrasse/Oberdorfstrasse, mit Blick vom Bahnhof her, zeigte. Hier sollen bis Ende 2014 Wohnungen für Menschen in der dritten Lebensphase entstehen 30 Wohneinheiten für ältere oder pflegebedürftige (auch jüngere) Bewohnerinnen und Bewohner. Durch die Bauweise der Wohnungen ist eine flexible Nutzung möglich. «Ein Umzug ins Wohn- und Pflegeheim soll nur noch in Ausnahmefällen notwendig sein», sagte Lanter.

Das moderne Gebäude erhebt sich mehrere Stockwerke in die Höhe. Es weist einen fünfeckigen Grundriss auf. Im Haus sollen 22 2¹2- und zehn 31/2-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 60 und 95 Quadratmetern entstehen. Daneben sind eine Tiefgarage, Gemeinschaftsräume, Gewerberäume, ein Restaurant, Räume für Personal und ein Wellnessbereich für Bewohner geplant. Die Wohnungen sollen voraussichtlich zwischen 1200 und 1800 Franken kosten. Eine Aufnahme soll durch eine Quote geregelt werden. Je ein Drittel ohne Pflege- und Servicebedarf, ein Drittel mit Pflege- und Servicebedarf auf Niveau Spitex und ein Drittel mit Pflege- und Servicebedarf auf Niveau eines Heims.

Alternative Wohnform

Das Projekt ist eine gemeinsame Idee der Spitex Flawil und des Wohn- und Pflegeheims (WPH). Die beiden Organisationen haben die Projektgruppe «Neues Wohnen in der Alten Post» mit der Erarbeitung des Projekts beauftragt. Die Projektgruppe ist aus Vertretern des Stiftungsrats des WPH, der Heimleitung des WPH, der Spitex-Leitung, einer Baukommission und einem externen Projektleiter zusammengesetzt. Gemäss einer Bedarfsabklärung besteht bis ins Jahr 2025 ein Zusatzbedarf von rund 70 stationären Pflegeplätzen. Lanter wies auf die Leitsätze der politischen Gemeinde zur Altersbetreuung in Flawil hin. Diese wurde im Februar 2000 verabschiedet. Als spannend und visionär bezeichnete Lanter das Leitbild, denn gemäss diesem soll es Flawilerinnen und Flawilern möglich sein, in der gewählten Wohn- und Pflegeform bis an ihr Lebensende bleiben zu können. «Wir sind überzeugt, dass es zum bestehenden Angebot in Flawil alternative Wohnformen braucht», so Lanter. Das geplante Projekt entspreche den Leitsätzen der Gemeinde. Er fügte an: «Es gibt keine Vergleichsobjekte in der Deutschschweiz mit der ambitionierten Zielsetzung und Durchlässigkeit.» Das Projekt habe einen beispielhaften Charakter.

Raumprogramm und Betriebskonzept des Projekts liegen vor, der Kaufrechtsvertrag des privaten Grundstückverkäufers wurde unterzeichnet, die Verhandlungen mit den Architekten sind abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich auf rund 15 Millionen Franken. Man habe der Gemeinde einen Antrag für eine Subvention in der Höhe von 1,5 Millionen eingereicht. 3 Millionen Franken steuere die Stiftung mittels Eigenkapital bei und 10,5 Millionen müssten fremdfinanziert werden, teilte Lanter mit. «Erste Abklärungen für die Fremdfinanzierung mit einer Bank haben bereits stattgefunden», fügte er an.

Geschützte Arbeitsplätze

Man sei nun daran, das Bauprojekt durch die Baukommission der Projektgruppe detailliert zu erarbeiten. Zudem wolle man heute schon mit möglichen Mietern von Wohnungen und potenziellen Betreibern für das Restaurant und die Gewerberäume in Kontakt treten. Lanter verriet, dass man für den Restaurationsbetrieb eine soziale Organisation suchen und geschützte Arbeitsplätze schaffen wolle. Die Reaktionen des Publikums zu diesem Projekt waren positiv. Viele bekundeten bereits ihr Interesse.

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