Pro Senectute

Wiler Zeitung, 1. Oktober 2013

 

Unkomplizierte Hilfe im Alter

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Monika Bischof-Wiesli leitet die Pro Senectute Gossau und St. Gallen Land seit dem 1. April. Ihr Ziel: Die Hemmschwelle für Seniorinnen und Senioren möglichst tief zu halten. (Bild: Mario Fuchs)

REGION. Seit Anfang 2013 gehören Degersheim, Flawil und Niederbüren bei der Pro Senectute neu der Regionalstelle Gossau und St. Gallen Land an. Was aber macht die Organisation genau? Wem hilft sie? Wie finanziert sie sich? Zeit für ein Gespräch.

MARIO FUCHS

 
 

Senectute confectus: Vom Alter gebeugt oder vom Alter geschwächt. Diese Übersetzung aus dem Lateinischen erklärt sec, um was es der Organisation mit Namen Pro Senectute geht: Um Menschen mit Altersbeschwerden. Monika Bischof-Wiesli, Bürgerin von Wilen bei Wil und heute in Andwil zu Hause, zählt mit ihren 51 Jahren nicht zu den Gebrechlichen. Doch sie beschäftigt sich täglich mit ihnen: als Leiterin der Pro Senectute Regionalstelle Gossau und St. Gallen Land. Ihr gehören seit 1. Januar neu auch drei Gemeinden aus dem Einzugsgebiet der Wiler Zeitung an: Flawil, Degersheim, und Niederbüren.

Beratung, Begegnung, Austausch

Das Angebot der Pro Senectute ist klar strukturiert. Es wird aufgeteilt in die drei Bereiche Information und Beratung, Hilfe und Betreuung sowie Begegnung und Austausch. In Flawil, Degersheim und Niederbüren engagiert sich die Pro Senectute in zweien davon – Hilfe und Betreuung wird von anderen Leistungsträgern, etwa der Spitex, angeboten.

Hierin zeige sich, erklärt Monika Bischof-Wiesli, ein wichtiger Grundsatz: Auf lokale Begebenheiten wird immer Rücksicht genommen.

Steuererklärung oder Englisch

Informiert und beraten wurden im vergangenen Jahr 293 Klienten. 18 Mitarbeitende haben 83 Steuererklärungen erledigt, 28 administrative Dienste geleistet oder 27 individuelle Finanzierungen in der Höhe von 63 855 Franken gesprochen. Die kostenlosen Beratungsangebote bieten älteren Menschen und ihren Angehörigen Hand bei finanziellen, rechtlichen oder administrativen Fragen. Die Überschrift Begegnung und Austausch meint vor allem das Kursprogramm. 46 Kurse in den Bereichen Sprachen, Computer, Bildung, Gewaltprävention, Kochen und Ernährung, Singen und Kreatives wurden 2012 durchgeführt. Hinzu kommen 22 Gruppen, die Sport in der Turnhalle, im Hallenbad, in den Bergen (Wanderungen) oder auf Spazierwegen (Nordic Walking) betreiben. Die Bewegungsangebote fördern die geistige und körperliche Fitness älterer Menschen und ermöglichen neue Kontakte.

Zwar ist die Teilnahme an den Kursen nicht gratis. Doch die Regionalstelle Gossau und St. Gallen Land ist bemüht, die Kosten tief zu halten. Monika Bischof-Wiesli sagt, man gestalte das Angebot «so niederschwellig wie möglich». Und: Wenn sich jemand eine Teilnahme nicht leisten kann, könne man die Situation «individuell anschauen».

Im eigenen Zuhause bleiben

Weil immer mehr Menschen immer älter werden, ist auch die Pro Senectute immer mehr gefordert. «Für uns ist das Alter Alltag», sagt Monika Bischof-Wiesli. Sie ist am Puls – und weiss, was Seniorinnen und Senioren bewegt. Etwa Einschränkungen durch zunehmende Gebrechlichkeit oder abnehmende soziale Kontakte. Dem wolle man mit möglichst unkomplizierter Hilfestellung entgegenhalten. Mit dem Ziel, dass Seniorinnen und Senioren möglichst lange im eigenen Zuhause bleiben können.

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