Treue Begleiterin

Wiler Zeitung, 24. April 2014

 

Spitex: Eine treue Begleiterin

 

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Andreas Bösch ist Tetraplegiker und auf die Hilfe Dritter angewiesen. (Bild: Marianne Bargagna)

Ohne die Hilfe der Spitex Flawil wäre es für Andreas Bösch, Tetraplegiker, nicht möglich, seine Eltern in Flawil regelmässig zu besuchen.

 

FLAWIL. Der 43jährige Andreas Bösch hat seine Lebensfreude trotz seines Schicksals, das ihn in seinem 21. Lebensjahr ereilte, nicht verloren. Damals verunfallte er in einem privaten Schwimmbad. Er erinnert sich noch gut an jenen schönen Sommertag, an dem sich sein Leben grundlegend veränderte. Er sprang ins Becken, schlug mit dem Kopf auf dem Bassinboden auf und brach sich den Halswirbel. Seither sitzt Bösch im Rollstuhl und ist auf die Hilfe Dritter angewiesen. Er ist Tetraplegiker, hat also eine Querschnittlähmung, von der auch Arme und Beine betroffen sind.

Spitex Flawil sei die Beste

Er sitzt in der Stube seiner Eltern. Empfängt seine Besucher mit einem freundlichen Lächeln. Hinter ihm hängt ein Foto von ihm an der Wand. Es stammt aus einer Zeit, als Andreas Bösch sich noch selber kämmen und seine Zähne noch selbst putzen konnte. Das kann er seit seinem Unfall vor über 20 Jahren nicht mehr. Darum ist er froh, dass es die Spitex gibt. Er lächelt, wenn er an die Mitarbeitenden der Flawiler Spitex denkt und schmunzelnd sagt er: «Ich habe fast schon einen Edelstatus.» Denn es kämen meistens die gleichen Mitarbeitenden. Diese wüssten genau, was zu tun sei. Und das ist nicht wenig: Rund zwei Stunden dauere seine Morgentoilette mit allem Drum und Dran wie rasieren, Zähne putzen, kämmen, ankleiden, Transfer in den Rollstuhl und vieles mehr. Er, der schon Spitex-Organisationen im Kanton Bern, wo er heute wohnt und arbeitet, kennengelernt hat, windet jener von Flawil ein Kränzchen: «Sie ist die Beste.» Nie habe man den Eindruck, dass die Mitarbeitenden unter Druck stünden, sie seien freundlich und zuvorkommend. Und flexibel. Sie kämen auch schon mal um sechs Uhr, wenn es nötig sei.

Seinen eigenen Weg gemacht

Heute lebt Andreas Bösch die meiste Zeit in einer Wohngemeinschaft von Rollstuhlfahrern in Moosseedorf im Kanton Bern. Kommt aber mindestens zweimal im Monat und immer während der Festtage nach Hause, nach Flawil, wo seine Eltern wohnen. Seine Mutter, Erika Weibel, ist stolz auf ihren Sohn. Der ehemalige Betriebsbeamte bei der Post hat nach seinem Unfall eine kaufmännische Lehre erfolgreich absolviert und arbeitet heute in der Personalabteilung eines Altersheims. Erika Weibel betrachtet ihren Sohn und klopft ihm anerkennend auf die Schultern: «Er hat seinen Weg gemacht.»

Auf diesem Weg haben ihn immer wieder Mitarbeitende der Spitex Flawil begleitet und werden das auch in Zukunft tun. Denn die Spitex Flawil bietet Andreas Bösch die Garantie, dass er regelmässig nach Hause kann, seine Eltern, seine Göttikinder, Freunde und Bekannte treffen kann. «Für mich ist das sehr viel wert», sagt er. (mb)

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